Kontaktperson

Proschek Willi Telefon: 09092 9690-38

Stadtarchiv Wemding

Das Stadtarchiv ist die zentrale städtische Fachdienststelle für alle Fragen zu Daten und Ereignissen der Geschichte Wemdings - ein Eckpfeiler der kommunalen Kulturarbeit.

Als organisch erwachsener Datenspeicher der Vergangenheit, der nicht zum Zwecke der Archivierung entstand, ist das Archiv dauernde Verwahrstelle für das Schriftgut vergangener Zeiten; ständig ergänzt durch Abgaben aus den Registraturen der AGs der Verwaltung sowie eigene Sammlungstätigkeit für nachfolgende Generationen.

So werden seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts die überlieferten Orginal-Unterlagen (unersetzliche Unikate) zu Verwaltung, Rechtsleben, Handel und Wirtschaft der Stadt Wemding archiviert.

Es finden sich in den Überlieferungen z.B. Einwohnerverzeichnisse, Besitzverhältnisse und Hausbesitzerlisten (seit 15. Jahrhundert), Gerichtsakten (u.a. Verhörprotokolle der Hexenprozesse), Marktordnungen, Spital- und andere Stiftungsakten, Unterlagen von Zünften, Nachlässe, Stadtschreiber-/Ratsprotokolle u.v.m.

Folterturm

Stadtchroniken von Wemding

  • Josef Laber: Chronik von Wemding. Band. I, II: Öttingen 1835/1836, Band III: Nördlingen 1861.
  • Laber, Joseph - Hintermayr, Leo (Hrg.): Chronik der Stadt Wemding. Nachdruck der Ausgaben Oettingen 1835/36 und Nördlingen 1861 mit einem Anhang. 1994
  • Josef Seitz: Ortschronik von Wemding. Wemding 1954.
  • Josef Seitz: Wemdinger Heimatbuch. Maschinengeschriebenes Manuskript gebunden. Stadtarchiv Wemding 1959.
  • Josef Seitz: Wemdinger Heimatbuch, vom Manuskript übertragen von Dr. med. Alois Schmidt, Arzt i.R. in Eichstätt. 1954, von den Schreibmaschinenblättern übertragen von Werner Waimann, Wemding 2015, drei Bände
  • Fritz Voitel: Wissenswertes von Wemding. Wemding 1965
  • Verein Lebendiges Wemding e. V. (Hrsg.): Liebenswertes Wemding. Heimat zwischen Jura und Ries. Wemding 1984.
  • Theo Knoll, Herbert Lang: "Wemding - Rundgang, Geschichte" 2013
  • Titelseiten der Stadtchroniken von Wemding

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Wann wurde Wemding besiedelt?

Der Chronist Josef Seitz1 verweist in seinem Heimatbuch unter dem Kapitel „Das Rätsel um die Siedlung Wemdings“ darauf, dass im Rahmen der erdgeschichtlichen Forschungen über das Ries kaum etwas über Wemding gefunden worden ist. Lediglich eine bronzene Pfeilspitze aus der Hallstattzeit (der vor-römischen Eisenzeit, ca. 1000 - 400 v. Chr.) sei bei einer Anlegung eines Waldweges nach Lomersheim aufgetaucht. Zudem seien aus dieser Zeit durchwühlte Gräber gefunden worden (im Hasenbichel in der Nähe des Lohweihers).

Der Autor stellt sich zudem die Frage, warum es gerade rund um Wemding keinerlei Ansiedlungen gegeben haben könnte, wenn nachgewiesen ist, dass Menschen am und im Ries gelebt hätten. Die Lage Wemdings am östlichen Riesrand sei klimatisch günstig gewesen, die Wasserversorgung geradezu optimal und es habe auch ergiebige Jagdgründe gegeben. Das Ackerland und der gute Wiesengrund dürften zudem die Menschen gut ernährt haben.

Wie Ausgrabungen in nächster Nähe zu Wemding (am Eulenhof, in Speckbrodi etc.) gezeigt haben, hätten sich dort bereits in der Hallstattzeit (etwa um 850 v. Chr.) Sippen zusammengeschlossen und Ackerbau und Viehzucht betrieben.

Zudem ist nachgewiesen, dass alte Straßenzüge aus der vorrömischen Zeit (etwa von Gnotzheim über Döckingen, Mündling nach Donauwörth) auch über Wemding geführt hätten.
Folglich muss es wohl eine vor-römische Siedlung gegeben haben. Eine römische Siedlung ist durch den Fund mehrerer römischer Münzen und eines römischen Siegelringes bewiesen. Dies dokumentiert auch eine kleine Münzsammlung im Stadtmuseum. Sie enthält außer einigen Silbermünzen der letzten Jahrhunderte auch drei römische Münzen in Messing und Kupfer und einen römischen Siegelring.

1Josef Seitz, geb. 19.3.1886 in Wallerstein, seit Frühjahr 1890 ist die Familie in Wemding beheimatet, studierte in Eichstätt, dort ordiniert 29.6.1912, Kooperator in Stoppenheim 1912, in Deining 1913, Pfarrprovisor in Ammerfeld, Weilheim und Etting 1916/17, Kaplan in Ellingen 1917, Pfarrkurat in Erasbach 1918 - 1924, Pfarrer in Fiegenstall 1924 - 1941, seit 1.IX.1941 Kommorant in Wemding. Er hat die Orts-Pfarr- und Schulgeschichte Fiegenstall geschrieben; ein Sippenbuch Seitz-Mielich bis 1245 zurückreichend erforscht. Die Pfarrgeschichte Wemding neu zusammengestellt (1944) und die Stadtchronik neu erstellt.

Josef Seitz: Wemdinger Heimatbuch. Maschinengeschriebenes Manuskript gebunden. Stadtarchiv Wemding 1959, S. 41 - 48

Vom Manuskript übertragen von Dr. med. Alois Schmidt, Arzt i.R. in Eichstätt

Von den Schreibmaschinenblättern übertragen von Werner Waimann, Wemding. 2015.

Woher hat die Stadt Wemding ihren Namen?

Wemdinger Chronisten (wie auch Josef Seitz) führen immer wieder an, dass der Name „Wemding“ aus der Zeit der Alemannen (um 600 n. Chr.) stamme. Diese hätten sich im Ries niedergelassen und Siedlungen gegründet – und dies auch am östlichen Riesrand.
Die Alemannen schlossen sich in festen Sippschaften zusammen (ca. 100 bis 200 Menschen). Mehrere Sippen bildeten einen Gau (Suala- und Riesgau). An der Spitze einer Sippe stand ein Sippenführer (in der Regel der Geschlechtsälteste). Die Menschen am östlichen Riesrand wurden von einem Sippenführer namens „Wemod“ oder auch „Wembod“ angeführt. Den Ort und die Menschen um ihn nannte man „Wemodinga“ oder „Wembodinga“. Aus dem alemannischen „Wemdingen“ („Wembodinga“) wurde dann das bayerische „Wemding“. Andere frühere Schreibweisen sind: Wemidinga, Wemin­dinga, Wenndingin, Wimintingen.

So entstanden auch die anderen Riesgemeinden (etwa Deiningen geht zurück auf „Tigo“ oder „Tigi“ + „ingen“, also „Tiginnen“). Wurden die Sippschaften größer, bekamen sie den Beinamen „-heim“, also etwa „Huisheim“. (vgl. Seitz 1959, S. 43)

Josef Seitz: Wemdinger Heimatbuch. Maschinengeschriebenes Manuskript gebunden. Stadtarchiv Wemding 1959

 

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