Vorsorgemaßnahmen bei Stromausfall, Starkregen, Trinkwasserverunreinigung

In letzter Zeit sind immer öfters Ortschaften von Stromausfällen, Starkregenereignissen oder Verunreinigung des Trinkwassers betroffen. Auf dieser Seite wollen auf die Gefahrengruppen eingehen und die Frage stellen, was jeweils die Stadt und die Bürger zur Vermeidung solcher Ereignisse bzw. zur Reduzierung des Risikos tun kann.

Vorfall: Stromausfall

Vorbereitungsmöglichkeiten der Stadt Wemding

1. Sicherung der eigenen Handlungsfähigkeit, Organisation eines Krisenstabs aus Feuerwehr und Rathausverwaltung

Welche Verwaltungsbereiche sollen aufrechterhalten werden, Erreichbarkeit der Mitarbeiter (Bereitschaftsdienste), Sicherstellung des Kraftstoffbedarfs für Notstrom in der Gemeinde, Aufrechterhaltung der externen Kommunikation

2. Besondere Anforderungen im Hinblick auf den Ereignisfall

Sensibilisierung und Beratung von Bürgern und Betrieben, Festlegung von Anlaufstellen, Notrufannahme- und Betreuungsstellen im Ernstfall, regelmäßige Veröffentlichungen auf der Homepage und im Amtsblatt zur Vorbereitung der Bevölkerung, einsatzvorbereitende Maßnahmen wie standardisierte Durchsagen/Aushänge etc., Schulung der eingesetzten Mitarbeiter (Erste Hilfe, Brandschutz etc.)

3. Kritische Infrastruktur

Abfragen aller kritischen Infrastrukturen zu deren Vorbereitung auf langanhaltende Stromausfälle, kritische Infrastrukturen sind z. B.: Energie-/Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Ernährung, Banken, Gesundheit, Alten-und Pflegeheime

4. Versorgung der Bevölkerung mit:

Trinkwasser, Löschwasser für die Feuerwehr, Nahrungsmittel, Medikamente, Kraftstoffe, soziale Betreuung für Personen, die sich nicht selbst versorgen können, Unterbringung sowie Betreuung und Verpflegung

Vorbereitungsmöglichkeiten der Bürger

Im Falle eines solchen Ereignisses sind Behörden und Rettungsdienste im Einsatz, um die Versorgung mit den wichtigsten Gütern aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Stromversorgung wieder herzustellen. Nichtsdestotrotz ist es ratsam, dass jeder Haushalt gewisse Vorbereitungen für den Fall eines Stromausfalles trifft. Hierzu hat das Bundesamt für Katastrophenschutz eine Broschüre veröffentlicht. Wichtig ist u. a.:

  • Trinkwasser für 10 Tage (20 Liter pro Person)
  • Nahrung für 10 Tage, die ohne Strom gelagert und idealerweise kalt verzehrt werden kann sowie ggf. Brauchwasser um Nahrung wie Kartoffeln oder Reis zuzubereiten
  • Hausapotheke mit Verbandskasten, Desinfektionsmittel, Arznei gegen Erkältungen, Magen-Darm Erkrankungen o.ä. sowie etwaige vom Arzt verordnete Medikamente
  • Hygieneartikel wie Seife, Zahnpasta, Müllbeutel etc.
  • Batteriebetriebenes Radiogerät mit Ersatzbatterien
  • Kerzen, Teelichter, Solarlampen, Taschenlampen
  • ausreichend Bargeld, da im Falle eines Stromausfalles auch Bankautomaten nicht mehr funktionieren
  • ggf. Campingkocher mit Brennmaterial und Heizgelegenheiten

Auch ist es wichtig ein Notgepäck und entsprechende Dokumente griffbereit zu haben, falls es erforderlich sein sollte, das Haus schnell zu verlassen. Die Notrufnummern von Polizei und Feuerwehr sollten bei Stromausfällen nicht zu Auskunftszwecken gewählt werden, sondern nur bei echten Notfällen. In Störungsfällen im Stadtgebiet steht der Netzbetreiber der Wennenmühle unter Tel. 09085/203 rund um die Uhr zur Verfügung, in Amerbach die EnBW ODR unter Tel. 07961/9336-1401.

Vorfall: Starkregen

Was kann ich als Grundstückseigentümer tun:

1. Nutzen Sie das Förderprogramm für Regenwassernutzungsanlagen der Stadt Wemding

Regenwassernutzungsanlagen: Sie sammeln Regenwasser vom Haus- bzw. Garagendach, verwenden das gespeicherte Wasser für die WC-Spülung und für das Gartengießen, sparen damit Trinkwasser- und Kanalgebühren und Sie bekommen einen einmaligen Zuschuss von 50 % der Baukosten (höchstens aber 750 €).

Versickerungsanlage: Sie sammeln Regenwasser vom Haus- bzw. Garagendach und bekommen einen einmaligen Zuschuss von 50 % der Baukosten (höchstens 520 € je Grundstück) und ermäßigte Kanalgebühren (10 – 20 %). Durch die Umsetzung können Sie einen kleinen Beitrag zur Entlastung des Kanalnetzes leisten, schonen damit die Umwelt  helfen bei starken Regengüssen Überschwemmungen (ein bisschen) zu verhindern.

Nähere Informationen finden Sie hier

2. Rückstauklappe bzw. Hebeanlage einbauen

Gegen Rückstau des Abwassers aus dem Abwassernetz hat sich jeder Anschlussnehmen selbst zu schützen (§7 (5) Entwässerungssatzung der Stadt Wemding). Extreme Niederschläge können die Kanalisation in kurzer Zeit völlig überlasten. Das Wasser fließt dann nicht schnell genug ab, staut sich auf und sucht sich andere Wege. Über die Hausanschlussleitungen kann es schließlich in das Gebäude eindringen und Keller sowie tiefer liegende Wohnräume überfluten. Einen effektiven Schutz davor bietet eine Rückstauklappe. Sie verhindert, dass Wasser, Abwasser und schlimmstenfalls Fäkalien in das Haus drücken.

3. Reinigung der Straßen und Straßeneinläufe.

Aufgrund der immer mehr werdenden Starkregenfälle ist es wichtig, dass die Anlieger an Ihrer Grundstückskante die Straßen sauber halten Straßeneinlaufschächte regelmäßig leeren und sauber halten, damit das Oberflächenwasser ungehindert abfließen kann.

Maßnahmen der Stadt (aktuelle Infos von Herbst 2019)

Stauraumkanal in der Zechstraße

In der Zechstraße wurde 2019 ein Stauraumkanal mit insgesamt 330 m³ Volumen geschaffen und der Kanal von 300 mm auf 600 mm vergrößert, damit die Wassermassen aufgenommen werden können. Als nächste Maßnahme sind die Kanäle in der Urnenfeldstraße, südliche St.-Gundekar-Straße und südliche Hubertusstraße zu erneuern.

Antrag auf gehobene wasserrechtliche Erlaubnis

Derzeit läuft das Antragsverfahren für die gehobene wasserrechtliche Erlaubnis für die Stadt Wemding und den Ortsteil Amerbach für die Einleitung von Misch- und Niederschlagswasser in die Vorflutgräben. Diese Erlaubnis ist für die zukünftige Ableitung des anfallenden Niederschlagswasser in die Vorflutgräben erforderlich. Die Planunterlagen können bei der VG Wemding gerne eingesehen werden.

Hochwasserschutz Lohweiher

Die Stadt Wemding hat das Ingenieurbüro Steinbacher Consult aus Neusäß in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth beauftragt für das Einzugsgebiet Wolferstädter Straße und Lohweiher ein Integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept zu erstellen.

Aktuelle Bauleitplanung

Die Regenwasserproblematik wird im Rahmen der Bauleitplanung berücksichtigt. So müssen z. B. im neuen Gewerbegebiet „Stadelmüllerweg West“ die angesiedelten Gewerbebetriebe entsprechende Rückhaltemaßnahmen für das Regenwasser vorsehen. Dies kann durch oberirdische Becken aber auch durch unterirdische Staukanäle erfolgen. Bei der Erweiterung des Baugebietes „Am Birket“ müssen Rückhaltezisternen auf den Grundstücken bei der Erschließung mit eingebaut werden

Weitere Schwerpunkte im Kanalnetz

Zu den bereits genannten Maßnahmen sind im Kanalnetz weitere Schwerpunkte zu setzen, vor allem im Lommersheimer Weg / Herzog-Albrecht-Straße und Schießstattweg / Ludwig-Thoma-Straße / Zum Kugelplatz.

Vorfall: Trinkwasserverunreinigung

Bei Störungen wenden Sie sich an die Störungshotline der Bayrischen Rieswasserversorgung bzw. das Stadtbauamt (Tel. 9690-40). Zum Erhalt der Versorgungssicherheit sind regelmäßige Investitionen in das Netz sowie in die technischen Anlagen notwendig:

  • Rohrnetzunterhalt: 111.000 € (2017), 233.000 € (2018), geplant 150.000 € (2019)
  • Anzahl der reparierten Rohrbrüche: 11 Stück (2017), 2018: 9 Stück (2018), 6 Stück (bis 30.08.2019)

Die aktuellen Trinkwasseranalysewerte sowie weitere nützliche Informationen können Sie unter folgenden Links nachlesen: Broschüre BRW, Wasser für Bayern und Trinkwasseranalyse. Gerne können die ausgedruckten Broschüren beim Stadtbauamt, Tel. 9690-34 bezogen werden.

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