Pilgern zur Wemdinger Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein

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Einer der meistbesuchtesten Marienwallfahrtsorte Bayerns

Das Bistum Eichstätt mit seinen insgesamt 35 Wallfahrtsorten sieht die Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein als seinen bekanntesten und bedeutendsten Pilgerort. Das Gotteshaus zählt zu den meistbesuchten Marienwallfahrtsorten Bayerns. 150.000 bis 200.000 Gläubige kommen jedes Jahr zur Kirche. Die große deutsche Mariengnadenstätte mit ihren Marienfigur und dem einzigartigen Altarbrunnen mit „Brünnleinwasser“ inmitten der Kirche hat deshalb im Jahr 1998 von Papst Johannes Paul II. den kirchlichen Titel der Basilica Minor verliehen bekommen.

Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein

Wallfahren gestern....

Das Wallfahrtswesen in Wemding reicht zurück ins 17. Jahrhundert. Von einer Reise in die christliche Hauptstadt Rom bringt der Wemdinger Franz Forell ein Gnadenbild der Gottesmutter Maria mit dem göttlichen Sohn nach Wemding in das eigene Forellsche Wohnhaus. Es avanciert sich zu einer Art Wallfahrtsstätte und schon „[…] bald fanden sich auch die Bewohner des Städtchens ein, besonders die Frauen, Marien in diesem lieblichen Bilde zu verehren. […]“ (Böswald 1845, S. 2). Als der Wemdinger Kaplan Keller bei einem nächtlichen Nachhauseweg eines Krankenbesuches in Amerbach die Erscheinung einer undurchdringlichen Wand hat, gibt er Maria das Versprechen, über dem dortigen Schillerbrünnlein (heutiger Standort Basilika) eine Kapelle zu errichten. Die Statue Forells wird dort ab 1692 aufbewahrt. Das Gnadenbild trägt ab diesem Zeitpunkt den Titel Maria Brünnlein. Der Ort besitzt durch seine verkehrsgünstige Lage an einer Straße schnell regionale Bedeutung. Weiter bekannt wird der Gnadenort im 18. Jahrhundert. Ein entscheidendes Ereignis, durch das sich das Verhältnis der Wemdinger Bevölkerung zur Marienfigur verändert, ist 1735 als sich die Mariengestallt in Anwesenheit der Nichte von Franz Forell mit dem Gesicht in Richtung Stadt wendet. Nach dieser ersten Augenwende „[strömte] ganz Wemding […] hinaus“ und die Stätte ist „wahrhaft […] ein besuchter Wallfahrtsort geworden“ (Böswald 1945, S. 5). Am 28. Juni 1746 kommt es zu einer weiteren Augenwende, die 30 Personen bezeugen. Zwei Jahre später findet die Grundsteinlegung der Kirche statt.

Ab 1735 ist das Wallfahren zur Gnadenkapelle in Wemding häufig, was sowohl Votivtafeln als auch überlieferte Nachrichten festhalten. Über 1450 Gebetserhörungen, die in Mirakelbüchern mit 1385 Berichten niedergeschrieben sind, zeugen von der Bedeutung des Pilgerorts. Sie berichten über Heilungen durch das Wasser des Gnadenaltars. Vor allem Augenkranken suchen an diesem Marienort Hilfe. Insgesamt 107 Vorfälle wurden überliefert, in denen Gläubige ihre Sehkraft wiedererlangten. Bis heute wird das ganze Jahr über die Wallfahrtsbasilika aufgesucht und hat sowohl regionale als auch überregionale Bedeutung. Besonders wichtig sind der Marienmonat Mai mit Marienfesten sowie die Fatimatage an jedem 13. eines Monats.

Quelle: Böswald K. (1845): Geschichte der Wallfahrt zur jungfräulichen Mutter Gottes Maria bei Wemding. 2. Aufl. Oettingen. 

...und heute.

Auch heute noch pilgern das ganze Jahr über Gläubige aus Nah und Fern nach Wemding. Fußwallfahrten und Gruppen folgen der Wallfahrtstradition und verehren die Mutter Gottes. Die Basilika ist wichtiges Etappenziel des Bayerisch-Schwäbischen Jakobswegs und des Wallfahrerwegs des Naturpark-Altmühltal.

Das Gotteshaus verfügt seit dem 1996 eingeweihten Pilgerheim „Haus Maria Brünnlein“ über Angebote zur Übernachtung (Matratzen/Duschen), Tagesveranstaltungen, Bibelabende, Besinnungstage für Gruppen und Referenten, Fortbildungen und Schulungen von Pfarrgemeinderäten, Lektoren und Kommunionhelfern, Ehevorbereitungskurse und Arbeitskreise kirchlicher Gruppierungen. Ein breites Angebot an Gottesdiensten, Beichtgelegenheit, Festen, Exerzitien und eine Ausstattung mit Pilgerladen, Andenkenstand, Lichtkapelle, modernem Kreuzweg sind an der Kirche für die Pilger aus Nah und Fern gegeben.

Heiliges Jahr der Barmherzigkeit

Vom 8. Dezember 2015 bis 20. November 2016 findet das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr der Barmherzigkeit statt. Erstmals sind Pforten in Kirchen außerhalb des Vatikans geöffnet sind, durch die Pilger zur Buße gehen können. Als Basilica minor zählt Wemdings Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein in diesem besonderen Jahr als eine der neun ernannten Jubiläumskirchen im Bistum Eichstätt. Die Gläubigen sind dazu eingeladen durch die "Heilige Pforte" zu schreiten. Die Pforte an der Basilika ist täglich geöffnet von 8.00 bis 17.30 Uhr. Im Rahmen des Heiligen Jahres findet jeden Mittwoch ein „Vormittag der Barmherzigkeit“ statt.

Kontakt

Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein
Wallfahrtsrektor Norbert Traub
Oettinger Straße 103
86650 Wemding
Tel.: 09092/96880
Fax: 09092/968888
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