Wemdings Orte zum Nachdenken und Ruhe finden

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Montag, 27. Juli 2020

Sehenswürdigkeiten der Fuchsienstadt, die nicht ein jeder kennt

Die Wemdinger Bürger leben gerne in ihrer historischen Stadt, mit wunderbaren Plätzen, nicht nur in der Altstadt, sondern auch im Grünen, beispielsweise die Kneippanlage oder der Waldbaden-Ruheort. Das sind auch die Gründe, weshalb Wemding bei Touristen und Besuchern so beliebt ist. In der Reihe „Wemdings versteckte Orte“ werden diesmal Plätze vorgestellt, die zum Nachdenken und Ruhe finden einladen.

Immer bergauf geht es zur Hexenstube am Galgenberg. Zwei Wege, einmal über die St. Gundekarstraße und einmal über den Lommersheimer Weg, führen zu der Gedenkstätte. Oben angekommen hat man einen interessanten Blick in Richtung Süden und auf den Wemdinger Steinbruch. Die 1957 errichtete Gedenkstätte besteht aus drei zusammenhängenden hölzernen Kreuzen mit der Aufschrift: „Hier mussten 49 schuldlose Männer und Frauen Wemdings auf dem Scheiterhaufen ihr Leben lassen.“ Die Jahre des Hexenwahns zählen zu den dunkelsten Kapiteln Wemdings. Die Hexenstube am Wemdinger Galgenberg ist die Gedenkstätte der Wemdinger Hexenprozesse aus den Jahren 1609 bis 1631. Neben dem Galgen, der dort oben Stand, befand sich der Scheiterhaufen, auf dem die Menschen verbrannt wurden.

Wer einen Ort zur Rast sucht, kann am neu errichteten Rastplatz am Ortsausgang Lommersheimerweg vorbeischauen. Ein Unterstand, Blumenbeete und zwei große Weißjura-Gesteinsblöcke, die beim Einschlag des kosmischen Riesasteroiden vor circa 14,5 Millionen Jahren zertrümmert und aus dem Krater herausbewegt wurden, sind dort zu finden. Hier verläuft auch der Jakobsweg und der Frankenweg.  Wer dem "Frankenweg - vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb" folgt, lernt Franken in all seiner Vielfalt kennen. Die Strecke umfasst 520 Kilometer und ist mit unvergesslichen Eindrücken bestückt. So auch der bayerisch-schwäbische Jakobsweg, welcher in vier Tagesetappen von Oettingen über Wemding nach Harburg entlang des Rieskraters führt und weiter durch das Wörnitztal Richtung Donauwörth, auf Höhe Kloster Holzen teils auf der Trasse Via Claudia Augusta nach Augsburg.

Geheimnisvoll wird es auf dem 14 Kilometer langen Sagenweg. Als Startpunkt der Wanderung empfiehlt sich der Johannisweiher in Wemding. Von hier geht es zunächst hinauf zur „Schönen Aussicht“, die hält was sie verspricht. Weiter geht’s am Waldsee vorbei, durch herrliche Mischwälder zwischen Wemding und Wolferstadt, bis am Wegesrand urplötzlich eine kleine Waldkapelle auftaucht. Die heutige barocke Wegkapelle stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist zu Ehren der Muttergottes mit dem Bild des Jesuknaben geweiht.

Bei einem abendlichen Spaziergang um den Wemdinger Stadtgraben lässt es sich wunderbar entspannen. Dieser wurde im Rahmen der Stadtbefestigung inklusive innerer und äußerer Stadtmauer 1318 begonnen und 1348 fertiggestellt. Auf einer Länge von 1700 Metern läuft der Graben als Grünanlage um die gesamte Altstadt – mit einer Breite bis zu 29 Metern und einer Tiefe bis zu acht Metern. Auf Ruhebänken rund herum, kann man die Seele oder auch die Füße im Wasser des Bachlaufes baumeln lassen, sich ein interessantes Buch aus dem öffentlichen Bücherschrank nehmen und die duftenden Blüten des Rosengartens inhalieren oder sogar eine Partie Schach auf dem in den Boden eingelassenen Schachbrett spielen.

Bis 1990 war das Kloster in Wemding (Kapuzinergraben 21) ein Kapuzinerkloster. Mangels Neuberufungen musste der Konvent geschlossen werden. Heute leben dort, seit zwanzig Jahren, Schwestern des Karmelitinnenordens. Nicht nur in Wemding, sondern überregional bekannt sind sie durch die Anfertigung von Kerzen, die in aufwendiger Handarbeit zu Kunstwerken geformt werden. Diese kann man, wie auch Karten und andere Devotionalien, im Klosterladen erwerben.

Entlang von Skulpturen führt der romantisch gelegene Andachtsweg, die letzte Etappe von Monheim kommend Richtung Wemding, den man in etwa 15 Minuten läuft, zur Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein. Die Kirche enthält einen einzigartigen Brunnen- und Gnadenaltar mit der Muttergottesfigur. Jedes Jahr kommen tausende von Pilgern, um die Kirche und den ruhigen Ort an sich zu genießen. Als eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten in Bayern wurde die Kirche 1998 durch Papst Johannes Paul II. zur Basilika minor erhoben. 

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