So wurde Wemding bayerisch

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Montag, 04. Februar 2019

Die Stadt Wemding (ehemals Wemdingen) tritt 793 in der Zeit des Frankenkönigs Karl des Großen in das Licht der Geschichte. Urzelle der Siedlung war der königliche Meierhof "Uuemodinga". Angeblich übergab schon fünf Jahre später (798) Karl der Große den Meierhof an Bischof Adalwin von Regensburg.

Die Bischöfe vergaben Wemding als Lehen an die Mangolde von Werth, die Grafen von Hirschberg und an die Grafen von Oettingen. Von Letzteren kaufte Herzog Ludwig der Reiche aus Landshut das Lehen für 30 000 Florentiner ab (1467). Damit beginnt die Zeit Wemdings unter bayerischer Regentschaft. Aus dem alemannischen "Wemdingen" wurde das bayerische "Wemding".

Die Stadt gelangt in den weiteren Jahrzehnten unter Ludwig dem Reichen und ab 1481 unter dessen Sohn Georg dem Reichen zu einigem Wohlstand. Die Bürger der Stadt sichern ihr Überleben vor allem durch Ackerbau und als Handwerker. Die Machtverhältnisse ändern sich jedoch, als Georg 1503 ohne männlichen Nachkommen stirbt. Es entbrennt der Landshuter Erbfolgekrieg. Ruprecht von der Pfalz und Albrecht IV., Herzog von Bayern-München beanspruchen beide das Gebiet. Am Ende des Krieges fällt Wemding 1505 an den Herzog von Bayern-München und bleibt somit bayerisch.

Unter Herzog Albrecht V. dem Großmütigen baute der Münchener Hof Wemding zu einem demonstrativen Eckpfeiler seiner Besitzungen in Schwaben aus. Wegen ihrer exponierten Lage wird die Exklave ein wichtiger Stützpunkt wittelsbacherischer Konfessionspolitik. Dass Wemding zum Aushängeschild von Bayern-München geworden ist, bekommt der Stadt gut. Sie zählt mittlerweile zu den wohlhabendsten kleinen Landstädten im Herzogtum Bayern, was der Förderung des Herzogs zu verdanken ist. So unterstützte er 1551/52 beispielsweise den Bau des jetzigen Rathauses am Marktplatz.

Eine Zäsur erlebt Wemding während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648). Dreimal wird Wemding durch schwedische Belagerer eingenommen. Beim zweiten Mal dauert das Morden und Rauben sieben Tage und Nächte.

Die letzten zehn Jahre des Krieges blieb Wemding in bayerischer Hand und diente als befestigte Stadt den Bewohnern benachbarter Dörfer sogar als Zufluchtsort.

1623 erhält Herzog Maximilian von Bayern die Kurfürstenwürde. Am 1. Januar 1806 wird Bayern Königreich. Kurfürst Max IV. Joseph wird zum König ausgerufen und geht als König Max I. Joseph in die Geschichte ein. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges endet auch das Königreich Bayern. König Ludwig III. war der letzte bayerische Monarch. Am 8. November 1918 wird der Freistaat Bayern ausgerufen.

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