Serie zu Denkmalorten - Teil 2: Erholungsgebiet im Herzen der Stadt

Kapuzinergraben

Donnerstag, 11. August 2016

Zweiter Teil der Serie über historische Plätze in Wemding führt in den Stadtgraben

Die Serie über historische Plätze in Wemding führt diesmal in den Stadtgraben. Judith Strohhofer von der Tourist-Info unternimmt einen Spaziergang durch die verschiedenen Bereiche und an die Türme der Stadtmauer, um einen Vorgeschmack auf den virtuellen Rundgang zu geben, den man anhand von 22 interaktiven Infotafeln seit einigen Wochen in Wemding erleben kann. Denn die Tafeln sind an historischen Orten angebracht und mit einem QR-Code versehen, der zusätzliche Infos liefert.

Judith Strohhofer bückt sich, hebt eine leere Dose auf und versenkt sie geschickt im nächsten Mülleimer. „Ich muss meine Stadt doch sauber halten“, lacht die Leiterin der Tourist-Info Wemding, meint das Gesagte aber äußerst ernst. Sie steht gerade inmitten einer farbenfrohen Blütenpracht im historischen Rosengarten, der sich im Riesgraben befindet – die Stadtgrabenpartie vom Nördlinger Tor bis zum Neuen Tor. Einige Blüten sind jedoch schon verblüht. Denn die Hauptblütezeit erstreckt sich nur von Mai bis Juni. Der Rosengarten beheimatet vor allem alte Rosenarten, die vor dem Jahr 1867 entstanden sind.

„Der Bereich des Stadtgrabens ist eine Wohlfühl- und eine Ruhezone für die ganze Familie“, erklärt Strohhofer. Die parkähnlichen Anlagen mit ihren Spazierwegen, Ruhebänken und einem Spielplatz tragen maßgeblich zur hohen Lebensqualität bei. Der Stadtgraben mit einer Länge von 1700 Metern erstreckt sich um die gesamte Altstadt herum. Ein Teil befindet sich in Privatbesitz. Der größere Teil steht jedoch der breiten Öffentlichkeit als Erholungsgebiet offen. Die äußere Mauer des Stadtgrabens ist noch komplett erhalten. Die Innere wurde im 19. Jahrhundert abgerissen.

Auch die Kneippanlage unweit des fünfstöckigen Baronturmes bestätigt das Konzept des Stadtgrabens als Wohlfühlort. Als Strohhofer die von den historischen Mauern der ehemaligen Stadtbefestigung umgebenen Anlage betritt, kühlt sich gerade eine ganz Schulklasse die Füße. „Die Tretbecken sind sehr beliebt bei Touristen wie Einheimischen“, weiß Judith Strohhofer. In den Sommermonaten kann die Kneippanlage von 9 bis 19 Uhr kostenlos von jedem genutzt werden.

Neben dem Baronturm, wo man sogar noch ein kleines Stück der inneren Stadtmauer sehen kann, sind noch der Häutbachturm und der Folterturm von einst 33 Mauertürmen erhalten. Besonders in den Folterturm zieht es zahlreiche geschichtlich Interessierte. Denn er ist eine Gedenkstätte für das dunkle Zeitalter der Wemdinger Hexenverfolgung. Von den ehemals drei Tortürmen, durch die man die Stadt betreten konnte, sind noch das Nördlinger Tor im Süden und das Amerbacher Tor im Norden teilweise erhalten. So zeugt vom Nördlinger Tor heute lediglich der stattliche 32 Meter hohen Torturm. „Die nach links versetzte Toranlage wurde bereits 1867 abgebrochen“, berichtet Judith Strohhofer. Wer mehr über „ihre“ Stadt erfahren möchte, dem rät sie einfach vorbeizukommen oder auch auf der Homepage vorbeizuschauen: www.wemding.de/virtuellerrundgang.

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