Serie zu Denkmalorten - Teil 1: In "uuemodinga" begann alles

Stadtpfarrkirche

Montag, 25. Juli 2016

Serie über historische Plätze in Wemding startet mit dem Schlosshof

Überregional ist Wemding vor allem als Wallfahrtsort und Fuchsienstadt bekannt. Doch darüber hinaus gibt es zahlreiche Plätze, Gebäude und Bauwerke, die Zeugen der ereignisreichen Geschichte der Stadt sind. Um diese interessierten Touristen und Einheimischen anschaulich näher zu bringen, hat die Stadt vor wenigen Wochen an 22 historischen Orten interaktive Infotafeln angebracht, auf denen ein mit dem Smartphone auszulesender QR-Code den Besucher weiterführende Infos zu den jeweiligen Plätzen liefert.

Um davon nun einen ersten Eindruck zu liefern, stellt die Stadt Wemding in einer Serie ausgewählte Orte des virtuellen Rundgangs vor. „Den Anfang macht der geschichtsträchtige Schlosshof“, verkündet Tourismusleiterin Judith Strohhofer. Beim Schlosshof handelt es sich um eine von vier Ursiedlungen Wemdings, die damals noch „uuemodinga“ genannt wurde. Im frühen Mittelalter begannen Menschen, sich erstmals hier niederzulassen und ihre Höfe zu errichten. Später entstand durch die Lehensherren und ihre Ritter ein weitläufiges Schlossareal mit Schloss, Schlösschen, Kastenhaus, Fronveste, Stallungen, Scheunen und Gärten umgrenzt von einer mächtigen Mauer, deren Stärke heute noch an einem erhaltenen Torbogen nachvollzogen werden kann. Das Schloss selbst existiert jedoch nicht mehr. Wo früher der amtierende Lehensherr wohnte, steht jetzt das Feuerwehrhaus.

„Doch zahlreiche Gebäude aus dieser Zeit sind noch erhalten und werden genutzt“, erzählt Judith Strohhofer.  Ihr Arbeitsplatz, die Tourist-Info Wemding, ist einer davon. Das Gebäude wird auch „Kleines Schlösschen“ genannt. Während hier früher die Edlen von Wemding verkehrten, ab 1644 die Kapuziner eine Unterkunft fanden und später das Gebäude als Mädchenschule genutzt wurde, können sich heute Interessierte über Wemding und das Umland informieren und sich Anregungen für Aktivitäten und Ausflüge holen.

Natürlich gab es damals auch eine Knabenschule. Die befand sich in der sogenannten Fronhofschule. Das Gebäude steht heute noch und grenzt an das Feuerwehrhaus an. „Bevor hier Kinder unterrichtet wurden, war im Gebäude die Hofpfisterei – also Bäckerei – untergebracht“, berichtet Strohhofer. Heute sind in der Fronhofschule die örtliche Faschingsgesellschaft Wemdosia und das Jugendzentrum beheimatet.

Auch das Kastenhaus (heute: Haus des Gastes) steht noch im Schlosshof gegenüber von der Tourist-Info. Ab dem 11. Jahrhundert diente es als Getreidespeicher. Sein heutiges Aussehen stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auch dieses Gebäude wurde einst als Mädchenschule genutzt. Aktuell befindet sich hier die städtische Bücherei und das Heimatmuseum. Bis direkt unter das Dach sind historische Möbel, Trachtenkleidung, Militärgegenstände, Werkzeug und mehr untergebracht. Die knarzenden Dielen und das alte Gebälk lassen keinen Zweifel daran, dass das Heimatmuseum im Kastenhaus eine passende Unterkunft gefunden hat.

 

Info:

Mehr Infos zu Wemdings Sehenswürdigkeiten gibt es unter www.wemding.de/virtuellerrundgang

 

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