Ilse Aigner würdigt Geschichte der Hospitalstiftung

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Montag, 11. März 2019

Hoher Besuch vergangene Woche in Wemding: Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, besuchte die Spitalkirche und trug sich bei dieser Gelegenheit in das Goldene Buch der Stadt ein. Bürgermeister Dr. Martin Drexler begrüßte den Ehrengast – und trug dabei erstmals sein historisches Gewand für das große Fest „Löwen, Gunst und Gulden“, das vom 29. Mai bis 2. Juni stattfindet.

Drexler erläuterte der Landtagspräsidentin die Hintergründe des Festes. Damit wird unter anderem die inzwischen über 550-jährige Zugehörigkeit der Stadt zu Bayern begangen. Herzog Ludwig von Bayern-Landshut stattete Wemding damals mit zahlreichen Privilegien aus, was die Bürgerschaft natürlich dankbar zur Kenntnis nahm. Drexler ging in seiner Begrüßung noch etwas weiter zurück und berichtete über die Hospitalstiftung, dessen Gelände Aigner an diesem Abend besuchte. Die Ursprünge der Stiftung reichen ins Jahr 917 zurück, als Edelfrau von Winpurk ein Hospitium für Arme und Reisende gründete. In der wechselvollen Geschichte wurde das Spital später zu einem Krankenhaus. Heute weist die Hospitalstiftung Sozialwohnungen und umfangreichen Waldbesitz aus. Aktuell entstehen zwölf neue – vom Freistaat Bayern geförderte – Wohnungen. Dafür bedankte sich Drexler bei Aigner sowie Landtagsabgeordnetem Wolfgang Fackler für die Unterstützung.

Eine zentrale Botschaft wollte Drexler der Landtagspräsidentin mit auf den Weg geben. Die Pflege gehört für den Bürgermeister zu den zentralen Herausforderungen der Gesellschaft. Deswegen sei es positiv, dass der Landkreis in Wemding ein Seniorenheim betreibe. Ein Manko sehe in der Region: Den Bereich der Kurzzeit- und Tagespflege. Für Angehörige sei dieses Angebot enorm wichtig, um auch etwas Abstand gewinnen zu können. „Die Geschichte der Hospitalstiftung zeigt, dass die Pflege schon immer eine Gemeinschaftsaufgabe war.“ Deswegen würde er sich freuen, Verbesserungen in der Kurzzeit- und Tagespflege zu erreichen.

Ilse Aigner betonte in ihrem Grußwort die positive Entwicklung, welche die Stadt Wemding genommen habe. Zudem zeigte sie sich beeindruckt von der Hospitalstiftung und deren langjähriger Geschichte. Darauf dürfe man in Wemding zurecht stolz sein. Sie zeigte Verständnis für die Pflegebereiche, in den Nachholbedarf herrsche und versprach, „das Thema mit nach München zu nehmen“ und dort zu behandeln. Zudem fand Aigner in diesem Zusammenhang lobende Worte für das aktuelle Neubauprojekt der Hospitalstiftung.

Abgeordneter Fackler würdigte Wemding als „aktive Stadt“. Die Menschen dort stünden für Zusammenhalt: „Hier packt man an, hier wird Heimat gelebt.“ Der Landtagspräsidentin dankte Fackler, dass sie sich Zeit nehme, Land und Leute kennenzulernen. Stadtpfarrer Wolfgang Gebert gab einen kurzen Einblick in die Historie und Bedeutung der Spitalkirche. Diese dient momentan wegen der umfangreichen Sanierung der Stadtpfarrkirche St. Emmeram auch als Ausweichstätte für Gottesdienste.

Nach der Begrüßung in der Spitalkirche ging es zu einer kleinen Brotzeit in den Wintergarten des benachbarten Kreisseniorenheims. Dort stellte Vorsitzender Gottfried Hänsel den 1908 gegründeten Verein für ambulante Krankenpflege vor, der momentan 1148 Mitglieder hat und damit zweitgrößter Verein der Stadt ist. Der Verein wirkt als Mitglied des Trägerverbandes der Caritas-Sozialstation und hat die Caritas Sozialstation in Wemding gegründet. Wesentliche Säule ist auch das Wirken als Gesundheitsverein mit attraktiven Angeboten und Dienstleistungen. Hänsel appellierte, bei Verbesserungen im Pflegebereich den ländlichen Bereich nicht zu vernachlässigen.

Zum Abschied überreichte Bürgermeister Drexler der Landtagspräsidentin den offiziellen Krug zum Fest „Löwen, Gunst und Gulden“.

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