100. Geburtstag von Ernst Steinacker

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Montag, 28. Oktober 2019

Anlässlich des diesjährigen 100. Geburtstages des Künstlers (*06.11.1919 in Wemding) möchten wir im November wöchentlich auf sein Wirken blicken. Auszug aus der Vita:

  • 1919 an einem Novembertag kam ich in Wemding im Ries auf die Welt. Gläubig-fleißige Bauern waren meine Ahnen.
  • 1932 steckte man mich zu einem Meister in die Lehre und man sagte mir, der Stein muss eckig geschlagen werden. Figuren haben so und nicht anders zu sein.
  • 1936 München - Kunstgewerbeschule. Man sagte mir, dass die Form und die Welt rund sei und Beziehungen alles sind.
  • 1939 schien dies unwichtig. Ich war Arbeitsmann und Soldat und meine Kameraden, die befördert wurden und aufgestiegen waren, durften mich durch den Dreck ziehen. Krieg war Kampf und der Tod war Freund. Zwischen Dante und Hölderlin glühte im Tode das Leben. In der Russischen Steppe schien Himmel und Hölle nähe, - wo, wo war Gott.
  • 1945 Der Krieg war zu Ende. Das Land war wüst und leer - ein neuer Schöpfungstag begann. In Stuttgart an der Kunstakademie suchte ich einen Lehrer um zu erfahren wie die Form zu sein hatte. Wo lag die Erkenntnis, die alles miteinbezieht - den Himmel und die Erde - und die eigene Form in der Einheit. Das Suchen ging weiter.
  • 1975 Andere Formen von Engeln tauchen auf. Auf einem Hügel sollten sie stehen - über den Weizenfeldern, nahe dem Himmel. Daheim suchte ich dafür einen Platz.
  • 1977 da Jahr der Menschenpaare – das Einssein in Geist und Form. Sie musizierten. Geborgensein in einer aufgerissenen zerfurchten Welt.
  • 1984 Eines Tages - es war wieder nass und kalt - und ich war 65. Mit denen ich das Einmaleins lernte, lebten noch alle drei. Da suchte ich einen neuen Weg aus der Enge - verließ mein Haus und begann mit meiner treuen Familie neu, in einem alten Schloss. - Gott gab mir noch einmal Kraft um Neues aus dem Verfallenen zu machen - und es wurde schön. Meine Köpfe und Paare wurden endlich groß und rund.
  • 2000 In seinem letzten großen Thema, der „Freude der Auferstehung“, wie er es nannte, vollzieht sich eindrucksvoll eine endgültige Transzendierung des Menschenbildes in das ahnbar Göttliche.
  • 2002 bauten wir aus einem ehem. Möbelhaus ein Kunstmuseum. Was aus einer Idee zum Vorhaben wurde. Es ist ungewöhnlich, Kunst in einer kleineren Stadt in diesem Maß zu präsentieren. Im unteren lichten Stock stehen offen und frei meine Werke.
  • 2008 verstarb der Maler und Bildhauer Ernst Steinacker nach einem reichen schöpferischen Leben auf Schloss Spielberg.
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