Johannes von Roth (1426 - 1506)

Schuhmachersohn - Reichskanzler - Fürstbischof

Leben

Johannes Roth wurde 1426 als Sohn eines Schuhmachers in Wemding, heutige Hausnummer "An der Weth 6", geboren. Er studierte in Rom, promovierte in Padua zum Dr. jur. can. und war vorübergehend sogar Rektor der dortigen Universität. Er soll ein glänzender Redner gewesen sein, den besten Rednern seiner Zeit gleichzusetzen. Ist es zwangsläufig, dass einen ein solches Talent in die Politik führt? Bei Johannes Roth war es jedenfalls so.

Nach Beendigung seiner Studien wurde er Sekretär bei König Ladislaus Posthumus von Böhmen und Ungarn und soll in diplomatischen Missionen geschickt operiert haben. Als Ladislaus starb, trat Roth in die Dienste Kaiser Friedrich's III., und wird von diesem 1464 geadelt. 1468 wurde Roth Kanzler des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. In den folgenden politischen Wirren um die vakante ungarische Krone war Roth stets in der nächsten Umgebung zu finden. Friedrich III. hatte sich 1459 zum Gegenkönig des Ungarn Matthias Corvinus wählen lassen, 1463 aber dann mit ihm Frieden geschlossen.

1479 sagte sich Roth von Friedrich II. los und schloss sich dem Ungarnkönig Matthias Corvinus an. Dieser muss in ihm eine verlässliche Stütze gesehen haben, denn er setzte ihn in seinem unsicheren, widerspenstigen Machtbereich ein. Matthias Corvinus setzte es durch, dass Johannes von Roth gegen den Willen des Domkapitels Bischof von Breslau wurde. Er starb 1506 in Neisse und wurde im Breslauer Dom beigesetzt.

Werk

Spannungen mit dem Breslauer Domkapitel blieben Roth zeit seines Lebens erhalten. In seinem Bistum entfaltete er jedoch eine rege Tätigkeit. Er hielt drei Diözesansynoden ab, ließ Missale, Breviere und Rituale drucken, ordnete den Kirchengesang und förderte auf vielfältige Weise das kirchliche Leben. Er war der erste Humanist auf dem Breslauer Bischofsstuhl, außerdem erfahren in der Verwaltung und Finanzen, und es ist ihm zu verdanken, dass bald eine Anzahl gepfändeter Güter und Schlösser wieder eingelöst werden konnte.

Seinen Heimatort Wemding vergaß Roth auch in der Fremde nicht. 1499 stiftet er eine Predigerstelle in Wemding, kaufte zudem sein Geburtshaus als Wohnung für Prediger und sandte einen wertvollen Kirchenornat sowie eine Kiste geistlicher Bücher zu dessen Unterrichtung.

Vom oberen Teil des Roth'schen Grabepitaphs wurde 1909 für die Stadtpfarrkirche ein prächtiger Gipsabdruck angefertigt. Er ist heute noch dort zu sehen.

Johannes von RothTafel zu Ehren Johannes von Roth (Stadtpfarrkirche St. Emmeram)Geburtshaus Johannes von Roth

Info-Adresse

Tourist-Information
Mangoldstraße 5
86650 Wemding
Tel.: 09092/969035
Fax: 09092/969050
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