Ernst Steinacker (1919 - 2008)

Maler und Bildhauer

Auszug aus der Vita des Künstlers

1919 an einem Novembertag kam ich in Wemding im Ries auf die Welt. Gläubig-fleißige Bauern waren meine Ahnen.

1932 steckte man mich zu einem Meister in die Lehre und man sagte mir, der Stein muss eckig geschlagen werden. Figuren haben so und nicht anders zu sein.

1936 München - Kunstgewerbeschule. Man sagte mir, dass die Form und die Welt rund sei und Beziehungen alles sind.

1939 schien dies unwichtig. Ich war Arbeitsmann und Soldat und meine Kameraden, die befördert wurden und aufgestiegen waren, durften mich durch den Dreck ziehen. Krieg war Kampf und der Tod war Freund. Zwischen Dante und Hölderlin glühte im Tode das Leben. In der Russischen Steppe schien Himmel und Hölle nähe, - wo, wo war Gott.

1945 Der Krieg war zu Ende. Das Land war wüst und leer - ein neuer Schöpungstag begann. In Stuttgart an der Kunstakademie suchte ich einen Lehrer um zu erfahren wie die Form zu sein hatte. Wo lag die Erkenntnis, die alles miteinbezieht - den Himmel und die Erde - und die eigene Form in der Einheit. Das Suchen ging weiter.

1960 In der Stille der Heimat wuchs ein erster Flötenspieler aus Bronze. Der Ton klang ins All - wie Alleluja klang es. Die ersten Engelchöre entstanden.

1975 Andere Formen von Engeln tauchen auf. Auf einem Hügel sollten sie stehen - über den Weizenfeldern, nahe dem Himmel. Daheim suchte ich dafür einen Platz.

1976 Blütenartige Formen entstehn. In der Knospe zeigt sich das Leben in seiner stärksten Form - noch ist alles verborgen was werden soll.

1984 Eines Tages - es war wieder nass und kalt - und ich war 65. Mit denen ich das Einmaleins lernte, lebten noch alle drei. Da suchte ich einen neuen Weg aus der Enge - verließ mein Haus und begann mit meiner treuen Familie neu, in einem alten Schloss. - Gott gab mir noch einmal Kraft um Neues aus dem Verfallenen zu machen - und es wurde schön. Meine Köpfe und Paare wurden endlich groß und rund.

2000 Eine Reihe von großen Bildern sind in einer Sammlung im Heidenheimer Kloster vereint, die ich in den letzten Jahren 1995-1997 geschaffen habe. Es sind Bilder, die von Zeit und Ewigkeit aussagen möchten - von der Auferstehung künden und von der Freude der Erwartung.

2002 bauten wir aus einem ehem. Möbelhaus ein Kunstmuseum (KunstMuseum Donau-Ries). Was aus einer Idee zum Vorhaben wurde. Es ist ungewöhnlich, Kunst in einer kleineren Stadt in diesem Maß zu präsentieren. Im unteren lichten Stock stehen offen und frei meine Werke

2008 verstarb der Maler und Bildhauer Ernst Steinacker nach einem reichen schöpferischen Leben auf Schloss Spielberg. Die Engel- und Figurenwiese, der Innenhof des Schlosses und insbesondere die Ausstellungsräume im Schloss selbst zeigen die Vielfalt seines künstlerischen Werkes.

Preise

  • 1964 "Prix de Sculpture", Monaco
  • 1966 Preis der Akademie der Schönen Künste, München
  • 1967 Schwäbischer Kunstpreis
  • 1972 Kunstpreis der Diözese Augsburg
  • 1980 Kunstpreis Marktoberdorf
  • 1990 Bundesverdienstkreuz
  • 1997 Wolfram von Eschenbach-Preis
  • 1999 Rieser Kulturpreis

Ernst SteinackerErnst SteinackerMangoldbrunnen an der Stadtpfarrkirche (1978)Sterntalermädchen vor der Raiffeisen-Volksbank Wemding (1995)

Info-Adresse

Tourist-Information
Mangoldstraße 5
86650 Wemding
Tel.: 09092/969035
Fax: 09092/969050
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