Wenn das Huaterle kommt - Unterwegs auf dem Sagenweg

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Mittwoch, 13. September 2017

„Wer sich bei einbrechender Nacht in der Nähe der Doosquelle und des schaurig anmutenden Doosweihers aufhält, darf sich nicht wundern, wenn es in den Büschen ächzt und knistert...“ So lautet der erste Satz der Ereignistafel an Station 6 auf dem Wemdinger Sagenweg. Es geht um das Huaterle – Wemdings bekannteste Sagengestalt. „Nie sieht man das Huaterle aber ohne sein Markenzeichen, den breitkrempigen Schlapphut, der ihm wahrscheinlich beim Volk den Namen Huaterle eingetragen hat. Unvermittelt taucht es bei Fuhrleuten, Schwammerlsuchern, Holzfällern und heute wohl auch bei Urlaubern auf, die sich zur Rast an der erfrischenden Doosquelle aufhalten“, heißt es weiter im Text. Renate Wiedemann aus Pflaumloch sowie Rainer Raizner und seine Frau aus Nördlingen haben an diesen Tag Glück. Als die drei Radfahrer an der Doosquelle Halt machen, um sich im glasklaren Wasser abzukühlen, bleibt das Huaterle im Verborgenen. Das stört die drei Touristen überhaupt nicht, schließlich können sie so das einzigartige, naturbelassene Idyll mitten im Wald zwischen Wemding und Steinbühl genießen. So wie die drei Radfahrer machen sich jährlich zahlreiche Touristen mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf den sagenumwobenen Weg.

Einstieg am Johannisweiher

Eine Einstiegsmöglichkeit ist der Parkplatz Johannisweiher in Wemding. Nachdem man am Einstiegspunkt die 127 Stufen der gut befestigten Treppe erklommen hat, wird man mit dem schönsten Ausblick über die Fuchsienstadt belohnt. Vorbei am Waldsee und der Waldkapelle gelangt man auf dem insgesamt 14 Kilometer langen Wanderweg schließlich in das Revier des Huaterles. Doch Angst zu haben braucht niemand vor der Fantasiegestalt, schließlich weiß man in Wemding und Umgebung: „Das Huaterle hat noch nie jemandem etwas angetan, vielmehr will es durch sein geheimnisvolles Auftauchen vor Ungemach warnen und zur baldigen Heimkehr auffordern.“ Wer dieser Forderung nicht nachkommt und weiter geht, kommt vorbei am wunderschönen Doosweiher zu Station 8 des Rundweges. Hier erklärt eine große Tafel die sagenhafte Geschichte der „Drei weißen Nonnen“: „In der Umgebung des früheren Klosters, am Doosweiher und nahe der Waldkapelle an der alten Wolferstädter Straße erscheinen drei weiß gekleidete Nonnen nächtlichen Wanderern, und zwar um Mitternacht. Auf dem Doosweiher fahren sie in einem Kahn über das im Mondlicht glänzende Wasser. In der Mitte des Weihers erheben sie sich und stimmen gemeinsam mit ausgebreiteten Armen das Lob Gottes an. Dabei bewegt sich das Schifflein immer näher auf den Betrachter zu, der glaubt, einen wunderschönen Traum zu erleben. Doch plötzlich verschwinden die drei Gestalten,der Traum ist zu Ende.“

Der Sagenweg ist an dieser Stelle aber noch lange nicht zu Ende. Durch den Wald geht es bei Sonnenschein im wunderbaren Wechselspiel von Licht und Schatten weiter über die Panoramatafel bis schließlich zur Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein.      

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